Friedrich Wilhelm Hergert-Grossmann

*1878 Strasbourg FRA †1933

Heimatort(e)
Zwickau, Sachsen DEU
Namensvarianten
Wilhelm Hergert
Tätigkeit(en)
Fotograf:in
Bildgattung(en)
Personen,
Porträt,
Landschaft,
Architektur,
Ortsbild
Arbeitsort(e)
Aarau AG ~1900 – ~1933
Küttigen AG ~1923 –

Biografie

Zusammenarbeit mit Otto jun. Gysi (ab ca. 1907, ab ca. 1910 als Teilhaber von Gysi & Hergert).
Nachfolger von Otto jun. Gysi.
Vorgänger von Rolf Hergert.
Vater von Rolf Hergert.

1878 in Strassburg geboren, absolvierte Wilhelm Hergert nach seiner Fotografenausbildung die üblichen Gesellenjahre. Um 1905 war er ein erstes Mal im Fotoatelier Gysi in Aarau tätig. Bevor er aber 1907 endgültig in den Aargau kam, hielt er sich noch für ein Jahr in Amsterdam auf. Ein Grund für seine Rückkehr in den Aargau war bestimmt die Bekanntschaft mit Hermine Grossmann (1885-1929) aus dem Rombach, die er 1909 heiratete. Ebenso wichtig dürfte jedoch gewesen sein, als Partner bei Gysi in ein traditionsreiches Geschäft einzusteigen. Mit seiner beruflichen Ausbildung war Hergert ein ebenbürtiger Partner. In Deutschland und Holland hatte er sich mit dem «Piktorialismus», der sogenannten «künstlerischen» Fotografie, angefreundet und brachte neuen Schwung in die gutbürgerliche Porträtierpraxis Gysis. Um 1910 wurde Hergert Teilhaber, 1913 übernahm er das Geschäft ganz.
Der Start in die Selbständigkeit erfolgte allerdings nicht ermutigend. Ende 1915 rückte Hergert in den Kriegsdienst ein. Wegen Herzproblemen, die auch nach dem Krieg nicht mehr ausheilten, hielt er sich länger im Lazarett auf. Die Abwesenheit führte daheim zu Schwierigkeiten. Seine Frau versuchte zunächst das Geschäft weiterzuführen, war aber den Anforderungen ohne Ausbildung und die nötigen Kenntnisse nicht gewachsen. Dazu kam, dass sie als Mutter zweier kleiner Kinder schon genug belastet war. Das Geschäft wurde aufgelöst.
Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg begann Hergert wieder mit der fotografischen Tätigkeit. An der Metzgergasse eröffnete er die «Photo-Zentrale» Hergert. Er reagierte damit auf die boomende Amateurfotografie und spezialisierte sich auf Laboraufträge. Den Höhepunkt seiner Karriere erlebte er 1924. Während den Vorbereitungen zum Jubiläumsschützenfest regte Hergert die Dokumentation des Aarauer Stadtbildes an. Gleichzeitig amtete er als offizieller Fotograf der Feierlichkeiten. Er wurde ein weiteres Mal Vater und erhielt das Schweizer Bürgerrecht. Die konsolidierten Verhältnisse hatten aber nicht lange Bestand. Bis 1927 war Hergert mit der «Bilderchronik» beschäftigt, 1925 kam der vierte Sohn zur Welt. Dieser war aber gerade vier Jahre alt, als die Frau Hergerts starb. Hergert selber überlebte sie nur um vier Jahre und starb 1933. Sein Sohn Rolf (*1914) beendete seine Fotografenausbildung frühzeitig und übernahm das verwaiste Geschäft. Beim Eintritt in den Aktivdienst 1939 hörte aber auch er auf.

Orte